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Sonntag, 29. April 2012

Kurz und knackig, die 6.

Wieder mal steht ein Review-Doppelpack von zwei sehr unterschiedlichen Filmen an, die aber auch etwas gemeinsam haben: hohe Qualität und Mark Ruffalo.

"Marvel’s The Avengers" (OT: "Marvel’s The Avengers", 2012) – Nach den größtenteils überschwänglichen Kritiken bin ich mit riesigen Erwartungen ins Kino gegangen und in keinster Weise enttäuscht worden. Der Film brennt ein Feuerwerk an Witz und fulminanter Action ab, das seinesgleichen sucht und für Comicfans eine Offenbarung ist. Als lästig empfand ich nur die permanente Gänsehaut, die einfach nicht verschwinden wollte – kein Wunder, wenn sich auf der Leinwand ein epischer Moment an den nächsten reiht. Joss Whedon hat tatsächlich das scheinbar Unmögliche geschafft und den vielen verschiedenen Charakteren genug Screentime eingeräumt, um jeden einzelnen von ihnen interessant zu machen, sogar den lahmen Captain America, der seine Nische im Avengers-Team findet und somit durchaus eine Daseinsberechtigung hat. Keiner der Superhelden kommt zu kurz, jeder hat seine eigene kleine Geschichte, die geschickt mit der Haupthandlung verwoben ist. Dabei stiehlt Mark Ruffalo als Bruce Banner/Hulk allen die Show. Überhaupt schließt "Marvel’s The Avengers" wunderbar an die Prequels an und lässt auch jene, die sie noch nicht gesehen haben, nicht im Stich. Die Effekte und Actionszenen sehen in 3D schlichtweg sensationell aus (hätte nicht gedacht, dass ich als 3D-Verächter das mal schreibe), aber besonders die perfekte Mischung aus Spannung und brillantem Humor, der klar Whedons Handschrift trägt, macht’s. Mein größter und zugleich auch so gut wie einziger Kritikpunkt: Lokis Aliens wirkten auf mich vergleichsweise austauschbar und wenig bedrohlich. Im Grunde sind sie nicht mehr als Mittel zum Zweck, um die Avengers als Einheit zusammenzuschweißen und ordentlich auf den Putz hauen zu lassen. Loki selbst ausdrücklich ausgenommen, denn Tom Hiddleston knüpft nahtlos an seinen starken Auftritt in "Thor" an und gibt wieder einen ungemein charismatischen Bösewicht ab. Andererseits war es bestimmt kein unkluger Schachzug, sich noch Luft nach oben zu lassen und nicht jetzt schon die gefährlichsten Gegner zu verbraten. "Marvel’s The Avengers" ist ein Kinoerlebnis allererster Güte, von der ersten bis zur letzten Sekunde unterhaltsam und ein echter Augenschmaus. Bei so vielen Superlativen wäre alles unter 9,0 / 10 Punkten eine Frechheit.

"Shutter Island" (OT: "Shutter Island", 2010) – Schon lange auf meiner To-See-Liste, jetzt endlich abgehakt. Den letzten Schubs gab mir die 42. Ausgabe des Media Monday, bei der nach unserer Meinung zu Filmen, die kurz vor Schluss alles bisher Gesehene über den Haufen werfen, gefragt und "Shutter Island" gleich mehrfach als positives Beispiel genannt wurde. Berechtigterweise, denn dessen Ende gehört – auch wenn es sich ab einem bestimmten Punkt erahnen lässt – sicherlich zu den schockierendsten und bestinszenierten Auflösungen, die mir in letzter Zeit untergekommen sind. Ganz eindeutig ist es trotzdem nicht, was es nur noch reizvoller macht, da ich ohnehin eine Schwäche für Filme habe, die mehrere Interpretationen erlauben und zum Mit- und Nachdenken anregen. Das tut dieser hier ohne Frage und würde es vielleicht auch jetzt noch tun, hätte ich mir in der Zwischenzeit nicht die fantastischen Avengers um die Ohren gehauen. Großen Anteil daran haben die Darsteller, allen voran Leonardo DiCaprio, der in seiner "Inception"-ähnlichen Rolle voll und ganz aufgeht, Mark Ruffalo, der seine Sache als ruhiger Gegenpol exzellent macht und sich mehr und mehr zu einem meiner Favoriten mausert, und last but not least Ben Kingsley als undurchsichtiger Anstaltsleiter. Mit seinen düsteren, modrigen Gemäuern, der rauen Insellandschaft und dem vor der Haustür wütenden Sturm kreiert der Streifen eine beengende, intensive Atmosphäre – wirklich sehr stimmungsvoll. Auf der Negativseite steht ein zuweilen irritierender Score, der aus einem Horror-B-Movie entsprungen sein könnte und stellenweise merkwürdig unpassend, fast schon übertrieben dramatisch klingt, so, als wolle man mit aller Macht Spannung erzeugen, obwohl gerade rein gar nichts Spannendes passiert. Zudem schleicht sich im Mittel- und Schlussteil die eine oder andere vermeidbare Länge ein. Abgesehen davon ist "Shutter Island" aber durchweg fesselnd und hat sich üppige 8,0 / 10 Punkte verdient.

Mittwoch, 29. Februar 2012

Die Rächer versammeln sich

Ganz frisch raus auf iTunes Movie Trailers: Der nächste Trailer zu "Marvel's The Avengers"! Ich will gar nicht viele Worte verlieren, sondern die Bilder lieber für sich selbst sprechen lassen. Nur so viel: Dies ist mit Sicherheit der bislang beeindruckendste Vorgeschmack auf Joss Whedons heißersehnte Comicverfilmung. Die Dialoge zwischen den ja so unterschiedlichen Helden scheinen hohen Unterhaltungswert zu haben, das, was an Actionszenen gezeigt wird, sieht wahrlich bombastisch aus  – und wir dürfen einen ersten Blick auf die außerirdischen Invasoren werfen, die direkt aus dem "Transformers"-Franchise stammen könnten. Allmählich steigt auch bei mir die Spannung, ich kann es nicht leugnen. Da kommt Großes auf uns zu...